Stark zu sein bedeutet nicht, nie zu fallen

Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch. Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, möchte ich es jetzt und heute erreichen. Nicht morgen, auch nicht übermorgen, sondern genau jetzt. Diesen innerlichen unbewussten Druck, den ich mir damit mache, verbessert die Situation nicht.

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Normalerweise würde ich gerade den Halbmarathon in Hamburg bestreiten. Stattdessen bin ich seit gut einer Woche ziemlich angeschlagen – Halsschmerzen, Erkältung, Husten.
Ich habe mich schon so auf den Tag gefreut, ich wollte mich stolz machen und ich wollte diejenigen stolz machen, die an mich glauben. Dadurch das ich fast jede Minute dran gedacht habe, schon das Ziel vor Augen hatte, habe ich mir einen zu hohen Druck aufgebaut. Ich wollte das unbedingt schaffen und allen sagen können, dass ich die 21,1km geschafft habe. Egal wie, hauptsache im Ziel.
Doch mein Körper hat sich mal wieder dagegen gewehrt, und mich krank gemacht. Er hat mir signalisiert, dass ich noch nicht dazu bereit bin. Das passiert in letzter Zeit häufiger, wenn ich mir selber, unbewusst wohlgemerkt, zu viel Druck mache.
Und bevor ich das nicht abstellen kann, werde ich auch erstmal keinen Wettkampf bestreiten. Ich möchte mit Freude an einem Lauf teilnehmen und nicht auf Zwang. Ich möchte glücklich sein, dass ich daran teilnehmen kann und versuche jetzt einfach mit einer Leichtigkeit ins Training zu gehen, nicht mit dem Ziel eines Halbmarathons, sondern mit dem Ziel, meine Ausdauer und Schnelligkeit zu verbessern.

Eigentlich muss ich mich nicht entschuldigen, aber da ich im letzten Blogpost euch erzählt habe, wie motiviert ich bin und vielleicht der ein oder andere ein Ergebnis meines Laufes erwartet und ich keine Lust auf blöde Kommentare habe, habe ich das einfach vorweg genommen. Denn Ehrlichkeit siegt. Mein Ehrgeiz bleibt ein und derselbe. Und alleine die Anmeldung und das Training bis dahin zeugen von Stärke. Stärke, die ich jetzt ins neue Training mitnehme.

„Stark zu sein bedeutet nicht, nie zu fallen.“

Die Entscheidung, auf den Körper und das Bauchgefühl zu hören, ist keineswegs schwach. Im Gegenteil. Merkt euch das.

Eure Josy

 

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