Du bist schön.

Es ist 05:30 Uhr. Der Wecker klingelt. Ich drücke auf Snooze. Würde am liebsten weiterschlafen, nicht aufstehen, einfach niemanden sehen. Der Wecker klingelt wieder, ich drücke ihn wieder weg. Mir ist schlecht. Ich habe Bauchschmerzen. Ich schlafe wieder ein. Der Wecker klingelt wieder, mache ihn endgültig aus. Ich drehe mich auf den Rücken und öffne meine Augen. Das erste was ich mache ist, mein Gesicht anzufassen. Ich spüre die Narben in meinem Gesicht, die Unebenheiten, die Schmerzen, das Jucken. Ich schließe wieder die Augen und ziehe die Decke über mein Gesicht. Wieso kann das nicht einfach vorüber gehen? Kann ich nicht hier unter meiner Decke bleiben, bis alles vorbei ist? Einfach wohlbehütet unter der Decke, wo mich keiner sieht und ich keinen sehen muss.

Ich entscheide mich aufzustehen. Gehe ins Badezimmer. Ich kann mir selber nicht mehr in die Augen schauen. Schaue nur auf die roten Stellen in meinem Gesicht. Tränen laufen mir über mein Gesicht. Ich fühle mich hässlich. Es tut weh. Es tut weh mich so zu sehen. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Ich wische mir die Tränen weg und versuche dieses Gefühl für einen Moment zu unterdrücken. Beim Gesicht waschen merke ich, dass wieder neue Pickel dazu gekommen sind. Vorsichtig trockne ich mein Gesicht und trage meine Creme auf. Ich schaue mir nicht in die Augen.

In der Küche mache ich mir einen Tee und nehme ihn wieder mit in mein Zimmer. Dort angekommen mache ich mein Bett und schnappe mir mein Handy, um auf Instagram zu schauen, wer irgendwelche neuen Bilder hochgeladen hat. Alles was ich sehe, sind die Bilder von Frauen, die makellose Haut haben..
Mein Herz bekommt einen Stich. Ich lege das Handy weg, mache mir Musik an und fange an, mich zu schminken. Doch ich weiß, dass das nichts bringen wird. Man wird meine Pusteln sowieso sehen, egal wie sehr ich es versuche zu überdecken. Ich trage meinen Puder auf. Während ich meine Wimpern tusche schaue ich andauernd auf meine Wangen, voller Narben und Unebenheiten. Es macht mich fertig und bin schon wieder den Tränen nahe. Doch ich versuche mich zusammen zu reißen.

Ich ziehe mich an, mache mir meine Haare zurück, packe meine Tasche für die Arbeit. In meinem Auto versuche ich mir mit meiner „Gute-Laune-Playlist“ ein paar positive Vibes zu verpassen. Doch dieses Gefühl hält nicht lange an. Beim Ausparken, schaue ich in den Rückspiegel und kann nichts anders als mir wieder mein Gesicht anzuschauen. Ich muss schlucken. Es tut so verdammt weh.

Tagsüber versuche ich, mir meine Traurigkeit nicht anmerken zu lassen. Dass ich mich nicht wohl fühle. Ich mich schäme. Es frisst mich innerlich auf. Mich treffen die Blicke anderer und ich frage mich, was die wohl von mir halten. Ob die mich eklig finden? Oder sich lustig darüber machen? Mitfühlend sind? Es ihnen egal ist, wie es mir geht? Es ihnen völlig egal ist, wie ich aussehe? Ich wünschte, ich hätte diesen Ausschlag woanders. Irgendwo anders, wo ihn keiner direkt sieht. Wieso ausgerechnet im Gesicht? Und vor allem, wieso ausgerechnet ich?

Nachmittags versuche ich mich beim Sport abzulenken. Auf andere Gedanken zu kommen. Doch da erwarten mich auch wieder Spiegel an jeder Wand. Ich schaue in den Spiegel, aber trotzdem schaue ich mich nicht an. Es tut zu sehr weh, mich so zu sehen. Meine Wangen fangen wieder an zu jucken und es schmerzt. Wieso kann der Ausschlag nicht einfach verschwinden?
Ich trainiere fokussiert. Bloß mit keinem Blickkontakt aufnehmen. Bloß nicht die Gesichtsausdrücke der anderen wahrnehmen und darüber nachdenken, was die wohl über mich denken.

Zuhause genehmige ich mir erstmal eine heiße Dusche. Und während das Wasser über meinen Körper prasselt wünsche ich mir nichts sehnlicheres als diese „Problem“ in meinem Gesicht loszuwerden. Meine Tränen vermischen sich mit dem Wasser, was über mich strömt. Ich versuche für einen Moment, nicht darüber nachzudenken. Doch, es klappt nicht.
Ich ziehe meinen Schlafanzug an, lege mich ins Bett und weiß nicht wie ich fühlen soll. Ich weiß nur, dass sich das ganze morgen wieder wiederholt. Das Spiel wieder von vorne anfängt. Jeder Tag ist eine Qual für mich. Das Jucken in meinem Gesicht hört einfach nicht auf. Ich leide, ich leide sehr.

Doch irgendwann kommt ein Punkt in deinem Leben, indem du dich so akzeptieren musst, wie du bist. Du bist du. Dich gibt es nur einmal auf der Welt. Du bist einzigartig. Und du bist so gut, wie du bist. Es wird immer Phasen im Leben geben, wo du nicht mehr weiter weißt. Wo du dich vielleicht hässlich und einsam fühlst. Missverstanden von der ganzen Welt. Am liebsten den ganzen Tag nicht das Haus verlassen willst. Du denkst, dass dich niemand liebt. Du am Boden zerstört bist.

Doch das stimmt nicht. Du bist schön – Von innen und von außen.
Auch ich muss jetzt lernen, mich so zu lieben, wie ich bin. Auch wenn jetzt einige Narben mein Gesicht zieren, die mich noch länger an die Zeit erinnern werden, auch wenn ich lieber glatte statt lockige Haare haben würde, auch wenn ich Dehnungsstreifen an meinen Beinen habe. Ich bin schön. Und niemand ist perfekt.
Doch dieser Prozess geht nicht von heute auf morgen. Ich muss akzeptieren, dass dieser Lebensabschnitt eine Aufgabe, eine Herausforderung in meinem Leben ist, die ich zu bewältigen habe. Damit umzugehen, ist schwer. Ich muss mir bewusst machen, dass es viel schlimmere Dinge gibt als ein paar Pickel. Ein Krebspatient würde wahrscheinlich nur über mein „Problem“ lachen…
Doch manches ist nicht mit Medikamenten zu lösen. Es sitzt viel tiefer in mir drin. Meine Psyche. Unbewusst angeknackst durch ein verschiedene Auslöser. Doch das muss einem erstmal bewusst werden, damit man darüber reden kann.

Man hat es nicht immer leicht im Leben. Manche müssen sich durchbeißen, während andere vielleicht so durchs Leben fliegen. Doch man darf niemals den Mut verlieren. Es geht immer weiter im Leben. Und wenn es mal bergab geht, gibt es auch einen Weg, der wieder bergauf geht. Man darf sich niemals aufgeben.
Dir muss bewusst werden, dass dir dieses Leben geschenkt worden ist. Ja, du bist ein Geschenk. Du bist wertvoll und du bist so toll, wie du bist. Egal, was andere von dir halten. Halte dich an die Menschen, die dir gut tun, die dich aufbauen, wenn du am Boden liegst, dir aufhelfen und die für dich da sind. Die dir Mut zu sprechen und dich so lieben, wie du bist.

Denn – Du bist schön.

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Wie ich eben schon erwähnt hatte, gibt es natürlich auch schöne Zeiten, wo man sich unbeschwert und glücklich fühlt, wie z.B. in einem meiner Lieblingskleider. Weiße Sneaker trage ich mittlerweile fast jeden Tag, da sie gerade im Sommer einfach zu jedem Outfit passen. Auf dem Bild trage ich die Puma Basket von Snipes. Bei Snipes gibt es eine riiiiesen Auswahl an Schuhen, Bekleidung und Acessories und ihr könnt eure Produkte im Geschäft oder online kaufen.
Auch meine Sportklamotten kaufe ich fast nur noch da, weil es dort so auch mal ausgefallene Dinge gibt. Wo kauft ihr am liebsten Schuhe? Online oder direkt im Geschäft?

 

Eure Josephina

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